Ein Ereignis! Das Universitätsorchester im Gewandhaus

 

Zum Höhepunkt des Abends gerät, soviel sei vorweggenommen, Rachmaninows berühmt-berüchtigtes drittes Klavierkonzert. Es gilt als eines der schwersten Klavierkonzerte, wennnicht das schwerste überhaupt. Allein die technische Beherrschung des Solistenparts ist bewundernswert, doch Amir Tebenikhin gelingt weitaus mehr als das. Das Wort "Technik" vergisst völlig, wer eine solch souveräne Interpretation hört. Tebenikhin spielt das Stück nicht nur, er gestaltet es mit wundervoller Freiheit und Leichtigkeit auch an den virtuosesten Stellen. Das Klangspektrum reicht von der Samtpfote bis zur mächtigen Pranke, nicht aber zum Eisenhandschuh.

Das Schönste daran: das Orchester macht das alles mit! Obwohl es von Rachmaninow eine Nebenrolle zugedacht bekam. Unter dem einfühlsam-präzisen Dirigat von Juri Lebedev folgt das Uniorchester auch im Detail der Darstellung des Solisten, trägt ihn auf Händen. Allein der Streicherklang zu Beginn, ist atemberaubend; wie später zahlreiche herrlich gesangliche

Holzbläsersoli und insbesondere auch der breite Pinsel, mit dem Solist und Orchester das hymnische Finale malen.

Beglückende Momente!


Benedikt Leßmann, www.leipzig-almanach.de (26.06.2007)