Feurige Finger

 

Amir Tebenikhin bezaubert bei der Chopin-Gesellschaft Hannover

"Unter dessen  Händen wird der Steinway zur musikalischen Wünschelrute. Ob er nun das "Lied der Lerche" (März) mit gläserner Kühle tirilieren lässt oder durch behutsamen Pedaleinsatz in den "Weißen Nächten" (Mai) Klänge berückend verschmilzt, ob er nun das Landvolk mit Nachdruck zur "Ernte" (August) antreibt oder zu "Weihnachten" (Dezember) einen Hauch Melancholie unter die Walzerklänge mischt - immer treffen die musikalischen Charaktere, die der Piano-Poet formt, ins Herz. Derart viel Feinsinn lenkt fast ab von der stupenden Technik des Brüsseler Königin-Elisabeth-Preisträgers. Dabei ermöglicht sie es Tebenikhin , sogar Prokofiews unerbittlichste Fingerfolter, dessen "Toccata", entwaffnend abzufeuern."


Daniel Behrendt, Hannoversche Allgemeine Zeitung ( 5. Dezember 2005)